
Desagglomeration
In der Schüttgutindustrie werden pulverförmige Güter behandelt / veredelt / verändert. Dabei ist es grundsätzlich wichtig, alle Partikel in den Prozess einzubeziehen. Dies ist nur möglich, wenn die Primärpartikel einzeln vorliegen, also nicht mit anderen Partikeln verklebt oder verklumpt sind. Je kleiner der Partikeldurchmesser eines Pulvers ist, desto stärker ist der Effekt der Anhaftung. Dies ist auf interpartikuläre Kräfte (Van-der-Waals-Kräfte, elektrostatische Anziehung, atomare Anziehung oder durch Flüssigkeitsbrücken) zurückzuführen. Der Oberbegriff ist Agglomeration. Agglomerate sind Partikelverbände, die durch zufällige Brückenbildung viele Hohlräume (Poren) enthalten. Kristalline Stoffe können miteinander verbunden werden, indem ihre ebenen Flächen aneinander haften. Man spricht dann von Aggregaten. Die Bindungskräfte innerhalb solcher Aggregate können um ein Vielfaches größer sein als die Bindungskräfte innerhalb von Agglomeraten.
Desagglomerieren bedeutet, die oben beschriebenen Partikelverbände wieder zu trennen. Dies kann unter Umständen schwierig sein. In amixon® Mischern finden solche Desagglomerationsvorgänge häufig statt. Dies geschieht oft mit Hilfe von schnell drehenden Wirblern/Schneidrotoren und High-Shear-Blades. Manchmal werden auch Rotor-Stator-Systeme eingesetzt.
amixon® Mischer können Schüttgüter wirkungsvoll desagglomerieren, ohne dass die Primärpartikel verändert/ beschädigt werden.
Um ein erneutes Zusammenbacken / Agglomerieren zu verhindern, können geringe Mengen an Rieselhilfsmitteln in den Mischprozess eingebracht werden. Deren Nanostruktur belegt die Oberflächen und verhindert eine erneute Agglomeration/Aggregation der Primärpartikel.
Der Aufbereitungsschritt Desagglomeration ist wichtig,
- wenn Mischprozesse eine maximale Homogenität erreichen sollen,
- wenn pharmazeutische Wirkstoffe in ihrer Gesamtheit wirken sollen,
- wenn Farbpigmente eine hohe Farbstärke erreichen sollen,
- wenn chemische Reaktionen alle Partikel einbeziehen sollen,
- wenn .....