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Böschungswinkel

 

Fließt ein Schüttgut im freien Fall aus einem Stutzen nach unten, so bildet sich ein Pulverhaufen. Bildet sich der Haufen auf einer horizontalen Ebene, so entsteht ein mehr oder weniger symmetrischer Schüttkegel. Dieser wird auch als "Böschungskegel" bezeichnet. Aus der Böschungsneigung können erste Rückschlüsse auf die innere Reibung des Schüttgutes gezogen werden. Der Böschungswinkel wird von der Horizontalen aus gemessen.

Je stärker die Partikel aneinander haften, desto steiler wird der Böschungskegel. Die innere Reibung des Schüttguts ist dann hoch. Wenn das Pulver rieselfähig ist, ist die innere Reibung des Pulvers geringer. Es bildet sich ein ziemlich symmetrischer, gedrungener Schüttkegel. Wenn ein trockenes Pulver aus sehr kleinen Partikeln besteht, kann es während des Fließens fluidisieren. In diesem Fall ist die innere Reibung des Pulvers nahezu Null. Ein solches Pulver würde sich ähnlich wie Wasser in der Ebene ausbreiten und keinen Schüttkegel bilden.

 

Böschungskegel bilden sich auch, wenn große Mischer mit Pulver befüllt werden. Es ist sinnvoll, das Mischwerkzeug während des Befüllvorgangs intermittierend eine halbe Umdrehung zu drehen, um einen gleichmäßigen Füllstand zu erreichen.

 

Je besser ein Schüttgut fließt, desto besser kann man es

  • dosieren
  • fördern
  • abfüllen
  • lagern
  • automatisieren

 

Sehr kleine Mengen so genannter Rieselhilfsmitteln können die Fließfähigkeit von Schüttgütern erheblich verbessern, wenn sie genau und schonend eingemischt werden.

 

Thema Entmischung:

Gut fließende Pulvermischungen entmischen sich leichter als schlecht fließende. Auch ausgeprägte Schüttkegel können zur Entmischung beitragen. Größere Partikel rollen zum Rand des Schüttgutkegels, während sich feine Partikel in der Mitte sammeln. Aus diesem Grund sollten Schüttkegel vermieden werden.